Samstag, 4. Juni 2016

Für die ca. 200sm werden wir ca. 40 Stunden benötigen!

Da haben wir wohl die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Das Wetter war alles andere als uns gut gesinnt. Kaum Lagos verlassen hatten wir eine Flaute, dann Wind von hinten – super! Kaum Blister ausgebaumt, drehte sich der Wind und wir kreuzten mit Genua und Groß in Richtung Gibraltar. Je näher wir zur Straße kamen desto mächtiger wurde der Gegenwind.  Wir kreuzten gegen Wellen und Starkwind. Wasser kam über, und auch im Cockpit war nichts mehr trocken. Um ca. 22:00 Uhr  kreuzten wir das Kielwasser der SY Freemen. Am 1. Oktober 2015 passierten wir, Ingrid, Florian und ich den Leuchtturm von Tarifa. Nun ist die Atlantikrunde vollständig. Die Reiselust wird durch ein bisschen Melancholie getrübt. Geht die Reise dem Ende zu? Was kommt jetzt noch?  
Vorbei an den Technischen Giganten der Meere, legen wir um 04:00Uhr früh, nach dem Durchqueren der stark befahrenen Bucht von Gibraltar im spanischen Teil, la Linea an der Transitmole der Marina an. Gleich in der Früh werden wir im Britischen Teil unseren Dieseltank auffüllen.
Nach 2 Tagen Aufenthalt werden wir heute Abend la Linea verlassen. Das nächste Etappenziel sollte die ca. 750sm entfernte Insel Sardinien sein. Der unbeständige und nicht verlässliche Wind des Mittelmeeres wird sicher einige Überraschungen für uns bereithalten.  Bis morgen Abend sollten die Druckverhältnisse der Atmosphäre uns in die richtige Richtung blasen!

Liebe Grüße von der Freemen! 

Die folgenden Bilder sollen einen kleinen Eindruck von Lagos vermitteln.

















Dienstag, 31. Mai 2016

Um 20:45 Europa betreten

Wir haben gestern die Festmacherleinen der Freemen am Schwimmsteg der Marina Lagos an die Klampen geschlagen und haben somit wieder den europäischen Boden betreten. Ein gutes Gefühl, da sind wir uns einig. Es mag nicht glaubhaft klingen, aber dies kann man beeinflusst vom Duft der Pinien sogar riechen. Nach einem Sundowner konnten wir ein Familienmitglied von Rainer, Ingrid, begrüßen. Der Abend dauerte naturgemäß länger. Nach dem Bunkern von Lebensmittel,  einem Stadtspaziergang und einer Stadtrundfahrt durch Lagos mit Ingrid geht es heute am Abend bereits weiter nach Gibraltar. Für die ca. 200sm werden wir an die 40 Stunden benötigen.

Liebe Grüße von der Freemen

 Alle arbeiten um uns freie Fahrt zu ermöglichen

 kalt


 Endlich ist das Kochen von Kaffe wieder möglich!

 Überraschung, kaum 10m entfernt
Nicht alle Schiffe hatten das vorgeschriebene AIS Signal gesendet.

Cabo di Saao Vicente

Der Leuchturm von Cabo di Saao Vicente
Lagos

 Jede Menge Salz an den Scheiben

Wir fühlten uns immer sicher auf der SY Freemen

Montag, 30. Mai 2016

Land in Sicht!

Es ist 12:35 Uhr UTC und wir können bereits nach nur 7 Tagen und 2,5 Stunden den Cabo di Sao Vincente von Portugal ohne Fernglas erkennen.

Liebe Grüße von der Freemen

Sonntag, 29. Mai 2016

Zwieback statt Wienerschnitzel

Nach dem Ausklarieren bei unkomplizierten Behörden legten wir am Montag in Horta ab. Zuvor mussten aber noch 3 weitere Crews ihre Schiffe verholen, da sie bei uns längsseits lagen. Diese Crews waren sehr zuvorkommend und um Punkt 10:00Uhr hatten wir freie Fahrt. Zuerst umrundeten wir die Insel Pico. Kaum auf offener See bekamen wir die vom Wetterbericht gemeldeten 30kn Wind und 3-5m hohen Wellen zu spüren. Mit Sturmfock und gerefften Groß kamen wir 3 Tage lang, Lagos schnell näher. Da es auch mit Thermounterwäsche, Ölzeug, Mütze und Handschuhen sehr kalt im Cockpit war änderten wir das Intervall der Wache auf 3 Stunden. Wir aßen Zwieback mit Marmelade und träumten von Wienerschnitzel mit Preiselbeeren und Pommes. Am Donnerstag änderte sich das Wetter und die Sonne zeigte sich endlich wieder. Weniger Wind und ruhigere See ermöglichten uns zu kochen und es gab Kaffee. Mittlerweile sind es noch 170sm nach Lagos.

Liebe Grüße von der Freemen

Montag, 23. Mai 2016

Selbst die Vögel gehen zu Fuß!

Vor 3 Tagen wollten wir nach der Instandsetzung der Furlex Rollanlage die Insel Faial in Richtung des 960sm entfernten Lagos verlassen. Doch die Wetterberichte von verschiedensten Anbietern ließen uns hellhörig werden. Wir beobachteten „Locals“ die ihre Boote sicher verzurrten. Auf der Insel wurde von der Unwetterzentrale die Vorwarnstufe „orange“ ausgerufen. Gestern noch das schönste Wetter, heute kocht die See. Wir sind sehr froh noch sicher im Hafen zu liegen. Das Heulen des Windes durch die vielen Riggs ist ohrenbetäubend. Auch wir haben zusätzliche Festmacherleinen ausgelegt. Auf der Anhöhe die der Marina vorgelagert ist fällt einem, durch den stürmischen Wind, das Atmen schwer. Selbst wenn das Schiff mit diesem Wetter höchstwahrscheinlich klar kommen würde, wäre es gegen jede Vernunft auszulaufen. Nach einigen Tagen im ruhigen Hafen ist man ja bekanntlich besonders anfällig für die Seekrankheit mit all ihren unangenehmen Auswirkungen. Wir nutzten die zusätzliche Zeit um Erfahrungen mit anderen Seglern auszutauschen und Seemannsgarn zu spinnen. Wir lernen auch zufällig die quirlige Ulrike, eine ausgewanderte pensionierte Lehrerin aus Deutschland kennen. Sie lebt bereits seit 30 Jahren mit ihrem Ralf, dem Segelmacher, hier.  Zufällig über den Weg gelaufen,  forderte sie uns selbstlos auf, mit ihr, in ihrem Auto weitere Inselschönheiten zu erkunden. Da es mittlerweile wie aus Eimern goss, schaffte sie es die bereits gekauften Fahrkarten für die Fähre nach Pico zurückzugeben. Da das Sturmtief die Zugrichtung nach Norden geändert hat, werden wir morgen Vormittag nach dem Ausklarieren die Insel bei noch starkem Wind verlassen. An diese Insel mit ihren gastfreundlichen Einheimischen werden wir oft zurückdenken.


Liebe Grüße von der Freemen


Bereits durch eine vorgelagerte Halbinsel geschützt

 Wetterfax; Azoren sind gelb markiert



 Kurz vor der Hafeneinfahrt

 Gischt fegt über das schäumende Wasser

 Brandung an der Westküste



 Blick auf den geschützten Hafen

 Etwas oberhalb der Stadt liegt auf dem Monte das Mocas das Observatorio Principe Alberto do Monaco 60 m hoch über der Stadt

 Einbau der neuen Teile





 Ein Wahlfängerboot alter Zeiten










Der Leuchtturm von Ribeirinha wurde ebenfalls 1989 beim Erdbeben zerstört


Karen führt uns durch die immergrüne Natur mit endlosen Blicken auf den Atlantik.
Wir haben diesen perfekt organisierten Ausritt bei Patio - Horse & Lodge gebucht.





 Der Oktopus zählt zu den intelligentesten Weichtieren

Der Weitaugenbutt ist fast nicht zu erkennen.



 Bunte Seeigel





 Leucht- oder Feuerqualle
Diese Qualle leuchtet schwach bei Erschütterung. Ihre Nesselkapseln können die menschliche Haut bei Berührung durchdringen.